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Dieses Thema hat 12 Antworten
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 Deutsche und Deutschstämmige
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Beiträge: 21

29.05.2014 20:42
RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Axel Springer


Springer in Uniform des NSK (Nationalsozialistisches Kraftfahrtskorps)... auf die Frage britischer Besatzer, ob er im Dritten Reich verfolgt wurde, antwortete der als wehruntauglich befundene Springer: "Mich haben nur die Frauen verfolgt"

Axel Cäsar Springer, geboren 1912 in Altona, gestorben 1985 in Berlin.

War im Dritten Reich schon , Chef vom Dienst und Stellvertretender Chefredakteur der "Altonaer Nachrichten", die im Eigentum seines Vaters standen. War ursprünglich verantwortlich für Volkswirtschaft und Sport, wie das Impressum beispielsweise am 11.Januar 1937 ausweist.

In dieser Ausgabe wird zum Beispiel "von der ohnmächtigen Wut des New Yorker Judenpöbels" geschrieben.

Am 27.Januar 1937 tritt im Impressum eine Änderung ein. Axel Springer ist jetzt "verantwortlich für Politik"

Am 1.März schreiben die "Altonaer Nachrichten" von "der tatsächlichen Einheit von Bolschewismus und Judentum".

Unter der Verantwortung Springers , wie das Impressum zeigt, läuft am 9.3.1937 ein Artikel, in dem der US Politiker Franklin zustimmend zitiert wird mit dem Ausspruch, die juden seien "Vampire"...

Wegen Dienstuntauglichkeit braucht Springer nicht in den Krieg...konnte also in Ruhe abwarten, welche Wertewelt gewinnen würde, um dann in dessen Dienst weiterzuarbeiten. Die Diagnose einer "Wehruntauglichkeit" verdankte er einen Arzt, der auf Leiden der Bauchspeicheldrüse plädierte, aber grundsätzlich feststellte, dass er unter den Nationalsozialisten noch mehr zu leiden hatte. Spätestens 1944 reichte so etwas für eine generelle Wehruntauglichkeit nicht mehr aus....Die "Wehruntauglichkeitesstory" war auch Springers Erklärung, wie er aus Überzeugung den Wehrdienst umgangen hat. Sie wirkte für die vielen umerzogenen Deutschen nach dem Krieg wie eine Nebelbombe, man blickte plötzlich nicht mehr durch...
Und dieser Tage, BILD feierte Springers "Hundertjährigen" ist natürlich kein Sterbenswörtchen über seine Tätigkeit im Dritten Reich zu lesen. Man bemühte nur freimütig die "Frauen jagten Springer" -Story, die damals offensichtlich noch nicht wußten, dass sich Springer wegen eines guten Arztes und einflußreicher Freunde, den Wehrdienst ersparte.
Wenigstens setzte er dem ganzen nicht noch erfundenes Widerstandsmärchen drauf, denn ein "Widerständler" war er nie und nimmer gewesen. Springer war 1933 ca ein halbes Jahr im Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (dazu schweigt sich wikipedia aus...) Er erklärte seinen Eintritt in diese NS Massenorganisation, dass er damit seine "Altonaer Nachrichten" schützen wollte. Die Deutsche National-Zeitung veröffentlichte immer wieder mal die oben benannten Textpassagen aus den "Altonaer Nachrichten" aus dem Jahr 1937, für die Springer redaktionell verantwortlich gewesen war, weil sein Name im Impressum als benannter Chefredakteur auftauchte. (z.B. ein Artikel vom 1.6.1979: "Weltjudentum" als "Rattenpest" )
(Tip: Gudrun Kruip:"Kurze Geschichte des Axel Springer Verlags")

Nach dem Krieg erhielt er gleich mehrere Lizenzen und schuf sich ein großes Presseimperium( BILD).Aus einem NS Gesinnungsgenossen wurde einer der größten Extrem-Umerzieher in der Bundesrepublik und Geburtshelfer des Schuldkultismus.

Er verlangte Vergangenheitsbewältigung durch immerwährende Sühne des deutschen Volkes und Kollektivverantwortung kommender Generationen für NS-Untaten...



Springer: " Der Herr hat das jüdische Volk als sein Volk auserwählt, um ihm durch alle Zeiten zu dienen..."

Und wenn das deutsche Volk den Krieg gewonnen hätte, hätte Springer die gleiche immerwährende Sühne von den Juden verlangt... Springer war nicht nur ein Extrem- Umerzieher sondern auch ein gewissenloser Prototyp eines Extrem-Wendehalses...

[ Editiert von Administrator lokisforum am 29.05.14 21:42 ]

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29.05.2014 20:52
#2 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Richard Becker


Richard Becker links. Bis 1988 Intendant des Deutschlandfunks. Bei seiner Wahl hatte er seine Zeit in der Waffen-SS nicht angegeben.

Langjähriger Chef des DGB Organs "Welt der Arbeit" und der "Gewerkschaftlichen Monatshefte" sowie Intendant des Deutschlandrundfunks 1976- 1988. Profilierte sich unermüdlicher Ankläger der Deutschen mit starken nationalmasochistischen Anwandlungen...

Absolvierte die nationalsozialistische Eliteschmiede NAPOLA. Verpflichtete sich seinem Führer Adolf Hitler zu ewiger Treue als Soldat der SS Leibstandarte Adolf Hitler.

Biografie (Münzinger.de):Richard Becker wurde am 25. Aug. 1926 in Stuttgart als Sohn eines Notars geboren. Becker, der 1947, verzögert durch Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft sein Abitur an der Oberschule in Tuttlingen abgelegt hatte, begann seine journalistische Laufbahn als Redaktionsvolontär in der Lokalredaktion des Blattes "Der Württemberger" in Tuttlingen. 1948 wechselte er in die Lokalredaktion des "Schwäbischen Tagblatts" und war daneben als freier Journalist tätig. Von Januar 1950 bis Oktober 1951 arbeitete B. als Redakteur in der Stuttgarter Landesredaktion der Gewerkschaftszeitschrift "Welt der Arbeit". In dieser Zeit studierte er außerdem Volkswirtschaft an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Er setzte seine volkswirtschaftlichen Studien in Hamburg fort (1953-54), wo er von November 1951 bis August 1954 als Redakteur der "Gewerkschaftlichen Monatshefte" tätig war. Für die gleiche Zeitschrift war er anschließend bis Juni 1957 in deren Kölner Redaktion tätig.

Im Juli 1957 wurde B. Wirtschaftsredakteur bei der "Welt der Arbeit" in Köln, anschließend war er von Dezember 1962 bis Juli 1975 Chefredakteur dieser Zeitung...

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29.05.2014 21:05
#3 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Wolfram Dorn


Wikipedia: "Nach dem Besuch der Volks- und Rektoratsschule besuchte Dorn eine Landwirtschaftsschule und bereitete sich auf eine landwirtschaftliche Tätigkeit in Kamerun vor. Dorn nahm als Soldat der Waffen-SS am Zweiten Weltkrieg teil und geriet 1944 in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde..."

Linker FDP- Flügelmann, Parlamentarischer Staatssekretär der sozialliberalen Koalition, stellvertretender Fraktionschef im Bundestag, Boss des Parteiverlages "Liberal". Er profilierte sich als unentwegter Künder einer "deutschen Kollektivscham" wegen Adolf Hitler und der Existens des Dritten Reiches.

Verfasste Kampfschriften gegen das rechte politische Spektrum, wie etwa der NPD.

Zum Beispiel: "NPD- Neuer Anfang eines furchtbaren Endes"

Dorn war im Dritten Reich HJ-Führer und wurde im Alter von 18 Jahren, 1942 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 9.320.655).
Er war im Dritten Reich eidesmäßig an seinem Führer Adolf Hitler gebunden, als SS Oberjunker und Hauptscharführer in der Waffen-SS.


Es ist eine Tatsache, daß Adolf Hitler von allen deutschen Kolonien ganz besonders Kamerun wiederhaben wollte. Wir müßen deshalb Dorns weiteren Lebensweg ohne Kriegsniederlage als SS Junker auf einer nationalsozialistischen Plantage in der wieder zurückerhaltenen deutschen Kolonie Kamerun sehen. Dorn also auch als Aufseher von afrikanischen Hilfswilligen auf seiner NS Vorzeigeplanatage...

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29.05.2014 21:14
#4 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Jürgen Girgensohn


"Schulminister" Girgensohn starb 2007 in England (Nottingham)

Der sozialdemokratische Kultusminister in NRW zwischen 1970 und 1983 verbreitete die verfassungsfeindliche Parole, "man sollte sich mit der deutschen Teilung abfinden". Statt nur Geschichtsfakten zu lernen, forderte er als Minister eine Emotionalisierung des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen nach Art der Hollywood Serie "Holocaust"...

Extrem Umerzieher Girgensohn war SS Rottenführer in der Division Wiking und kämpfte dort für den Erhalt des Großdeutschen Reiches und seinem Führer Adolf Hitler.

Girgensohn meinte mal über die Waffen SS in einem Fernsehinterview : " Wir waren in der Ausbildung wirklich auch abgerichtet worden, wenn Sie so wollen, mit manchmal sehr brutalen Mitteln. Nicht jeder hat das ausgehalten. Es gab auch einige, die da heraus wollten, die das nicht anders konnten als durch Selbstmord."

kann man auch naive Erklärungsnot nennen...

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29.05.2014 21:18
#5 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Theo M. Loch


wiki: 1940 meldete er sich achtzehnjährig freiwillig zur Waffen-SS, in die Eliteeinheit Leibstandarte Adolf Hitler, in der er sich bis zum Rang eines SS-Obersturmbannführers hochdiente. In dieser Einheit nahm er bis 1945 am Zweiten Weltkrieg teil.

WDR Chefredakteur in den 70er und 80 er Jahren stellte zu seiner Zeit die Weichen für mediale Umerziehung . Kaufte mit GEZ Gebühren die teure amerikanische Serie "Holocaust" und ließ sie im ARD laufen. 1983 flog die verheimlichte NS Vergangenheit auf, Loch mußte beim WDR seinen Hut nehmen.

Loch nannte in der Nachkriegszeit stets den Dienstgrad eines Oberleutnants, um den SS-Dienstgrad Obersturmbannführer zu verschweigen.

Theo M. Loch war vor seinem Werdegang als Extrem Umerzieher ein NS Extrem Involvierter: Hitler Jugend, Absolvent der Reichsschule Feldafing, NSDAP Parteigenosse, SA Führer und Obersturmführer in der SS Division "Leibstandarte Adolf Hitler".

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29.05.2014 21:23
#6 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Walter Mertineit

Als Geschichtsprofessor Chef der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Verharmloste die verbrecherische Vertreibung der Ostdeutschen aus Hinterpommern, Westpreußen, Ostpreußen , Schlesien und Wartheland als "Bevölkerungsverschiebung"

Mahnte öffentlich "Inkonsequenzen bei der sogenannten "Entnanzifizierung" nach 1945 an.

Die deutsche Unesco-Kommission hat 1999 eine internationale Auszeichnung nach dem im April 1987 verstorbenen Pädagogen benannt. Der Walter-Mertineit-Preis wird für internationale Verständigung verliehen.

Walter Mertineit legte seinen Eid als Waffen SS Soldat auf seinen Führer Adolf Hitler ab.

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29.05.2014 21:27
#7 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Ludwig Jedlicka - DÖW Frontmann( 1916- 1977)




Das Leben des Ludwig Jedlicka gäbe eine hervorragende Roman- oder Film­vorlage. In ihm findet sich jener Öster-reicher, der es in der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts scheinbar mühelos schaffte, immer mit dabei zu sein:

Jedlicka war als 16-Jähriger im Jahr 1930 in Österreich be­reits Hitlerjunge und wurde dort später Träger des "Goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend" - gestiftet für Personen die der HJ vor 1938 beitraten...

als Heranwachsender zu dem Gefolgsmann der faschistischen Vaterländischen Front unter Austrodiktator Engelbert Dollfuß

ab 1938 „Al­ter Kämpfer", NSDAP-Mitglied und HJ-Stammführer mit prominenten Förde­rern, Träger verschiedener Kriegserinnerungs-und Verdienstorden während er nationalsozialistischen Zeit , sowie auch Träger der Ostmark Medaille.

Träger der Ostmark Medaille bekamen diese Auszeichnung nur, wenn der Auszuzeichnende sich besondere Verdienste um die NSDAP vor dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich erworben hat und im Sinne des großdeutschen Gedankens, für die Vereinigung beider deutscher Länder zu einem Reich aller Deutschen gekämpft hat.


Nach dem Ende des Krieges schwenkte Jedlicka augenblicklich um, wurde ÖVP-Parteigänger mit ständiger Kontaktpflege zu SPÖ-Granden wie Bruno Kreisky

Im jetzt unaufhaltsamem Auf­stieg zu einem der damals populärsten Wissenschafter Österreichs bekam Jedlicka seinen eige­ne ORF-Konsulentenvertrag.

Ludwig Jedlicka , der leitende Schöpfer des DÖW (Dokumentation des Österreichischen Widerstandes) war dann auch in der juristischen Schlammschlacht um die erfundene Mauthausener Gaskammer involviert, wo man dann eine herbe Niederlage nach über 20 Gerichtsverhandlungen einstecken mußte. Die Österreichische Justiz wurde danach vom Europäischen Gerichtshof zu Schadensersatz verdonnert und die Gaskammer endgültig als Lügengeschichte entlarvt.
Trotzdem hat der DÖW es fertig gebracht, die Mauthausener Nachkriegs-Gaskammer bis heute am Leben zu halten, als wenn es diese Gerichtsurteile nie gegeben hätte!


Jedlicka selbst hatte sich nur einmal in einem Interview zu seiner NS-Vergangenheit geäußert. Es erschien 1974 in der Nationalzeitung, die dem Universitätslehrer vorwarf, „Vom Obernazi zum Vergangenheitsbewälti­ger Nr. 1" geworden zu sein. Angespro­chen auf seine Dissertation, in der er die NS-Zeit als „letzte und höchste Er­füllung" bezeichnet hatte, gab der Pro­fessor für Zeitgeschichte gänzlich unzeitgemäß die damals übliche Antwort: „Ja Gott, entschuldigen Sie, das ist ja gar kein Malheur, wenn man das hineinschreibt."

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29.05.2014 21:37
#8 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Die Leiter der "Ludwigsburger Zentralstelle"
-deren Aufgabe es war jahrzentelang überwiegend erfolglos nach deutschen Kriegsverbrechern zu forschen...




Staatsan­walt Erwin Schüle

Der erste Leiter der Zentralstelle und ihr eigentlicher Initiator, Staatsan­walt Erwin Schüle, trat zum 1. Septem­ber 1966 zurück, nachdem herausge­kommen war, dass er als strammes NSDAP-Parteimitglied war
Als SA-Mann setzte er sich im Dritten Reich für Führer Volk und Vaterland ein.
Von den Sowjets wurde Schule nach Kriegsende unter dem Vorwurf, hinter der Front schwere Ver­brechen gegen die russische Zivilbevöl­kerung begangen zu haben, zu 25 Jah­ren Zwangsarbeit verurteilt. Das waren Indizien, wonach Schüle bei der Bandenbekämpfung eingesetzt war.

Erst Adenauers Moskau-Reise hatte seine Freilassung gebracht. Zwar trat Schüle von seinem Amt zurück, doch die gegen ihn eingeleiteten Verfahren wurden eingestellt. In seinem Fall hieß es, die sowjetischen Behauptungen seien nur Fälschungen - während viele andere deutsche Beschuldigte auf­grund kommunistischer Denunziationen verurteilt wurden.


Oberstaatsanwalt Adalbert Rückerl

Schüles Nachfolger Adalbert Rückerl leitete mehr als 2 Jahre lang die Ein­richtung und habe ihr einen „untadeli­gen Ruf" verschafft, heißt es in gängi­gen Nachlagewerken.

Doch auch er hatte eine NS Vergangenheit...

Rückerl gab dann doch einmal zu, HJ-Führer gewesen zu sein.
Sein Vater war Polizeibeamter im Dritten Reich.

Rückerls Konsequenz aus seiner NS Zeit: rücksichtslos brachte er deutsche Veteranen vor Gericht, wobei es ihm egal war, dass es ein Unrecht war, nur Deutsche wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg zu verfolgen. Alliierte Kriegs­verbrecher genossen dagegen Straffreiheit und wurden mit Orden überhäuft.

[ Editiert von Administrator lokisforum am 29.05.14 21:38 ]

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29.05.2014 21:46
#9 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

NS Vergangenheit von sogenannten Gutmenschen
Quelle: Flakhelferpubertät in Die Zeit

Walser, Lenz und Hildebrandt waren in sehr jungen Jahren Mitglieder der NSDAP. Jens Jessen lassen solche Nachrichten inzwischen resignieren.


NSDAP Mitglied Martin Walser war auch Flakhelfer und Wehrmachtssoldat


NSDAP Mitglied Dieter Hildebrandt aus Niederschlesien war Hitlerjunge, Flakhelfer und Wehrmachtssoldat


NSDAP Mitglied Siegfried Lenz aus Ostpreussen desertierte im 2.Weltkrieg aus der Kriegsmarine und biederte sich als Dolmetscher bei den englischen Besatzern an

Nun also Martin Walser, Dieter Hildebrandt, Siegfried Lenz. Es fällt inzwischen schwer, anders als resignatorisch auf die Nachrichten immer weiterer jugendlicher NS-Verstrickungen einer Generation von Schriftstellern und Intellektuellen zu reagieren, die einst das empörte Gewissen der Nation zu sein beanspruchte.

Walter Jens in der NSDAP? Das war noch ein Schock. Günter Grass in der Waffen-SS? Das war schon nur mehr ein Ärgernis, genährt vom langen Schweigen über ein biografisches Detail. Aber Siegfried Lenz? Wir glauben seiner menschenfreundlich-moralisch-verschusselten Natur ohne Weiteres, dass er sich nicht mehr erinnern konnte, als 17-Jähriger der NSDAP beigetreten zu sein. Rechthaberei liegt ihm fern, anders als Grass hätte es ihn nicht angestrengt, eine jugendliche Torheit einzugestehen.

Ein wenig anders liegen die Fälle bei dem notorisch links engagierten Kabarettisten Hildebrandt und bei Martin Walser, der umgekehrt die linke „Instrumentalisierung“ der NS-Verbrechen gerne beklagt hat. Hier gibt es einen unglücklichen Link zwischen öffentlicher Rede und dem biografischen Faktum. Mag auch das eine mit dem anderen nichts zu tun haben und die Parteizugehörigkeit halber Kinder ohnehin kein Maßstab sein – es bleibt nicht aus, dass man sich fragt, woher Hildebrandt die höhnische Selbstgewissheit nahm, mit er den deutschen Normalspießer als ewig latenten Nazi karikierte. Hätte er sich nicht mit einschließen müssen?

Noch ärger könnte das jugendliche Parteivorleben bei Walser gedeutet werden: als habe er sich immer selbst verteidigen wollen, wenn er gegen die zwanghafte Beschäftigung der Medien mit der Nazizeit, gegen die „Dauerrepräsentation unserer Schande“ wetterte. War „unsere“ Schande nicht zuvörderst seine? So könnte man, böse insinuierend, fragen.

Entdecken lässt sich noch einiges. Aber wir fragen nicht. Wir sind es leid. Wir glauben, dass die Herrschaften sich nicht mehr erinnern konnten, jemals der Partei beigetreten zu sein. Wir glauben, auch ohne jede historische Expertise, dass es kollektive Parteiaufnahmeverfahren gegeben hat, von denen der Einzelne nichts wusste. Wir glauben, dass unsere großmäuligen Großprominenten in ihrer Flakhelferpubertät die wollig weichsten Schäfchen waren.

Das alles glauben wir gerne und so großzügig, wie nur echte Resignation großzügig sein kann. Wir ziehen es nämlich vor zu glauben, weil wir nicht wieder und wieder belogen werden wollen.

[...]

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29.05.2014 21:50
#10 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

SPD Bonze Erhard Eppler und seine NS Vergangenheit
Quelle:FR-online.de

SPD-Vordenker Erhard Eppler spricht über seine NSDAP-Mitgliedschaft.
Im FR-Interview sagt er: Es war ein absichtsvoller Parteieintritt.


Eppler galt stets als Exponent des linken Parteiflügels innerhalb der SPD...

"Herr Eppler, überrascht Sie die aktuelle Debatte?"

"Überraschung wäre das falsche Wort. Aber es ist schon verwunderlich, dass man mehr als 60 Jahre nach dem NS-Regime Diskussionen führt, die bis heute niemandem einfielen. Ich habe vor 13 Jahren in einem Buch das geschildert, was jetzt als scheinbare Neuigkeit berichtet wird. Ich habe Rechenschaft abgelegt über die Jugendjahre unter Hitler und angemerkt: Es würde mich nicht wundern, stünde mein Name in einer Mitgliederkartei. Niemand reagierte."

"Sie waren also Mitglied?"

"Ich war in einer Spielschar der Hitlerjugend, verantwortlich für den männlichen Teil dieser Spielschar. Die meisten von uns wurden im Herbst 1943 zur Flak, der Luftabwehr, eingezogen. Offenbar hat die NSDAP das gewusst und hat uns vorher eine Liste geschickt - mit der Frage, wer bereit wäre, in die NSDAP einzutreten, sobald er alt genug sein würde. Da haben sich einige eingetragen oder eintragen lassen. Ich auch. Unter anderem deshalb, weil die Spielschar, in der wir waren, sehr aufmüpfig war und von der Nazi-Partei mit großem Misstrauen beobachtet wurde. Damals war ich 16 Jahre und neun Monate alt und habe das Ganze nicht voll überblickt. Ich wollte nicht noch zusätzliches Misstrauen wecken. Ein Jahr später, als ich schon Soldat war, wurde die Spielschar wegen politischer und weltanschaulicher Unzuverlässigkeit aufgelöst."

"Also ein absichtsvoller Eintritt?"

"Ja, es war natürlich eine Dummheit, wenn auch mit ein paar guten Gründen. Ich empfinde es aber als grotesk, einem Achzigjährigen die - übrigens gänzlich folgenlosen - Dummheiten eines Sechzehnjährigen anzuhängen."

"Wie viel Nationalsozialist war man, mit 16 in der Spielschar?"

" In den "Briefen an meine Enkelin" habe ich es etwa so ausgedrückt: Man sollte uns nicht fragen, ob wir für oder gegen das System waren. Wir waren mitten drin. Ich war sechs Jahre alt, als es begann. Der NS-Staat war für uns das Gegebene, die Realität, zu der wir keine Alternative kannten, innerhalb derer wir marschierten, spotteten, die örtlichen Oberen ärgerten, aber eben mitmachten. Was Demokratie, was Menschenrechte waren, habe ich erst nach dem Krieg, vor allem in der Schweiz gelernt."

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29.05.2014 21:54
#11 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

NSDAP Mitglied Walter Jens
Primärquelle: National-Zeitung


In der medizinischen Literatur wird Demenz als „Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit" be­schrieben. Vor allem die Gedächt­nisleistung und das Denkvermö­gen würden abnehmen. Beein­trächtigt seien Orientierung und Urteilsfähigkeit. Allmählich lasse das Sprach- und Rechenvermögen nach und Teile der Persönlichkeit würden zerstört.

Tilman Jens, Sohn des 85-jährigen „Sprach-Professors" und nach herr­schender Meinung „Deutschlands größ­ten Rhetorikers" Walter Jens, hat jetzt in einem Artikel in der „Frankfurter Allge­meinen Zeitung" (FAZ) offenbart, dass sein Vater an diesem Leiden erkrankt sei.
Sein Gedächtnis sei taub, die Sprache versiege, die Blicke hohl und verloren. Walter Jens, laut „Bild"-Zeitung „einer der klügsten Köpfe Deutsch­lands", irrt nun durchs Haus und findet sein Bett nicht mehr.


Vom NSDAP- Mitglied anno 1942 zum antideutschen Extremisten: Walter Jens, der sogar den Begriff Deutschland abschaffen wollte!


Was für ein Schicksal! Da verliert je­mand die Erinnerung, für den die „Erin­nerungsarbeit", spricht die „Bewältigung" der deutschen Vergangenheit, insbesondere die der berüchtigten 12 Jahre, ein Hauptanliegen war.

Doch ge­rade diese Beschäftigung könnte zum Verlust des Gedächtnisses von Walter Jens beigetragen haben - mutmaßt je­denfalls Sohn Tilman. Jetzt ist ihm nachträglich aufgefallen, dass sich die ersten Demenz-Vorboten seines Vaters im Spätherbst 2003 meldeten. Just da hatten Recherchen in den Karteikästen der NSDAP ans Licht gebracht, dass bundesdeutsche Prominente, von de­nen man das nie gedacht hätte, der Hit­ler-Bewegung beigetreten waren: Sieg­fried Lenz, Dieter Hildebrandt, Hermann Lübbe, Erhard Eppler, um nur einige zu nennen.

Und eben auch Walter Jens, der den Aufnahmeantrag 1942 als Neunzehnjähriger, also nicht mehr gera­de im Kindesalter, unterschrieben hatte.

Die Ertappten, nach 1945 allesamt zu strammen NS-Gegnern und demo­kratischen Musterknaben mutiert, die nun den Deutschen bittere Vorwürfe machten, dem Unrechtssystem ge­dient zu haben, machten reflexartig Ge­dächtnislücken geltend: Man erinnere sich nicht mehr, ob man in die braune Partei eingetreten sei oder nicht, könne sich den Beitritt aber beim besten Wil­len nicht vorstellen, habe auch nie Bei­träge entrichtet und ähnliche Ausflüch­te mehr.



Walter Jens gegen Deutschland

Walter Jens aber, und diese Sorge kann man aus der Darstellung seines Sohnes herauslesen, könnte einen Verdrängungsmechanismus entwickelt haben, der letztlich zum Verlust des gesamten Gedächtnisses führte. Tilman Jens wörtlich: „Ein paar Wochen hat er sich wie ein ertappter Sünder gewunden, hat nach Ausflüchten ge­sucht, die er, im Vollbesitz seiner Kräfte, anderen gewiss um die Ohren geschlagen hätte: ja, er habe immer gesagt, er sei nicht in der Partei gewe­sen, aber das könne ein Irrtum sein, vielleicht habe er irgendwann einmal ,so einen Wisch unterschrieben'; mit gebotenem Abstand werde er sich viel­leicht einmal erinnern und äußern."

Jetzt aber, so scheint es, kann sich Walter Jens an gar nichts mehr erin­nern und sich daher auch nicht mehr dazu äußern.

Ein Blick zurück auf das Leben des „großen Rhetors", wie ihn ungeachtet lispelnder Sprechweise die Medien im­mer lobten: Geboren am 8. März 1923 in Hamburg, 1944 Promotion in Frei-burg/Br., Professor, in Tübingen ab 1956, Präsident des bundesdeutschen PEN-Zentrums 1976-1982, Präsident der Akademie der Künste Berlin-Bran­denburg 1989-1997.

Seinen politi­schen Weitblick stellte er mit zwei sei­ner Kemaussagen vor dem Mauerfall und der Wiedervereinigung unter Be­weis: „Es gibt zwei deutsche Staaten und Gott sei Dank kein Deutsches Reich mehr. Nachdem Deutschland 1871 gegründet worden ist, hat es der Welt und sich selbst Unglück, Tränen und millionenfachen Tod gebracht"

und

„Ich halte den Gedanken einer Wieder­vereinigung für absurd. Ich akzeptiere die Teilung Deutschlands und halte sie für irreversibel. Unter diesen Aspekten sollten wir uns von Deutschland verab­schieden, aber Europa verwirklichen."

Womöglich trug auch folgende licht­volle Einlassung von 1990 dazu bei, dass er zum „größten Rhetoriker" pro­klamiert worden ist: „Ein frühzeitiges Ausscheiden der deutschen Mann­schaft bei der Fußball-Weltmeister­schaft wäre keineswegs ein nationales Unglück, sondern eher heilsam. Es wür­de unserem Land weltweit größeres Prestige einbringen, etwa gegen Kame­run fair und nobel zu verlieren als den Titel zu gewinnen."

Weitere Glanzlichter setzte Jens seiner Beredsamkeit auf, als er, dessen liberale Gesinnung gern gerühmt wird, 1965 damit begann, das Verbot der National-Zeitung zu fordern, und 1987 die Ansicht äußerte, auf die weitere Verwendung des Begriffs „Deutschland" sei am besten ganz zu verzichten.

„Das Parteimitglied Walter Jens hat, da bin ich mir ganz sicher", so urteilt nun sein Sohn, „keinem Menschen auf die­ser Erde geschadet. Mein Vater hat den Beginn seiner später höchst aufrechten Biografie nur ein wenig retuschiert. Mag sein, das war feige. Er wollte nach oben. Also unter den Tisch mit der däm­lichen Nazi-Geschichte."

Eine solche Einschätzung könnte auch für Millionen andere ehemalige NSDAP-Mitglieder ins Feld geführt werden. Für einen Wal­ter Jens und seine prominenten Konsor­ten soll sie nur gelten, weil sie überführt wurden. Der Verlust des Gedächtnisses aber kann für den einen oder anderen auch wohltuend sein.

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29.05.2014 21:59
#12 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Ex BND Chef befahl als SS Hauptsturmführer Geiselerschießungen in den "Adriatischen Höhlen"
Primärquelle: Bild, wikipedia



Carl-Theodor Schütz als SS-Hauptsturmführer

Carl-Theodor Schütz wurde am 11. April 1907 in Mayen geboren.Er war ein deutscher Jurist, Kriminalrat, Referatsleiter bei der Staatspolizeistelle Trier (Stapo), Abteilungsleiter bei der Sicherheitspolizei (SiPo) und des SD in Rom, Leiter der Untervertretung (UV) Rhein-Ruhr bei der Organisation Gehlen (OG) und Abteilungsleiter im Bundesnachrichtendienst (BND).

Als Sohn eines Besitzers einer Grube besuchte er von 1913 an die Volksschule und danach die Oberrealschule in Mayen. Im Jahre 1923 war er auf dem Gymnasium in Koblenz, dann bis 1926 in Oberkassel. Es folgte ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten von Bonn, Köln, Marburg und München.

In der Weimarer Republik orientierte er sich rechtsnational und wurde 1923 bis 1924 Angehöriger des Freikorps Rhein-Ruhr. Dem Stahlhelm als Bund der Frontsoldaten gehörte er von 1928 bis 1930 an. Im Jahre 1930 trat er in die SA ein. Anfang 1931 (oder 1932) wurde er Mitglied der NSDAP. Im Oktober 1931 trat er in die SS ein und stieg dort bis zum Hauptsturmführer auf. Die Prüfung zum ersten juristischen Staatsexamen legte er am Oberlandesgericht Köln im Februar 1932 ab.

Danach begann seine juristische Laufbahn im Staatsdienst als Referendar beim Amtsgericht Andernach, dann beim Landgericht Koblenz. Nachdem Oberscharführer Schütz mit SS-Kameraden 1933 eines nachts stark alkoholisiert mehrere Wohnungen politischer Gegner gestürmt und die wehrlosen Bewohner, darunter auch Frauen, brutal misshandelt hatte, wurde er zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt und musste den Staatsdienst verlassen. Nach der Haftentlassung im Zuge einer Amnestie wurde er im August 1934 bei der 5. SS-Standarte im SS-Sturmbann 8/I in Koblenz hauptamtlich tätig. Als Rechtsanwalt hatte er sich zuletzt in Mayen betätigt. Ab Oktober hatte er die gleiche Position beim SS-Sturmbann 8/II in Trier.

In Trier wurde er auch Mitglied der Gestapo in der Staatspolizeistelle, wo er ab dem 1. September 1934 bis Ende März 1935 Aufgaben auf dem Gebiet der Presse- und Wirtschaftsangelegenheiten übernahm. Es folgte ein Lehrgang auf der Führerschule der SiPo und des SD in Berlin-Charlottenburg, wonach er im Dezember 1935 zum Kriminalkommissar ernannt wurde. Danach leitete er das Referat der Spionageabwehr bis Juni 1939 bei der Stapo Trier. Anschließend kam er nach Ottweiler zum Kommissariat Grenzsicherung als Abteilungsleiter der Spionageabwehr.

Im Krieg gegen Polen nahm er im September 1939 als Angehöriger des Einsatzkommandos 2 der Einsatzgruppe IV (Einsatzkommando 2/IV) unter dem Befehl von Walter Hammer (Einsatzkommando 2/IV) und Lothar Beutel (Einsatzgruppe IV) teil. Die Einsatzgruppen erschossen im Rahmen eines Geheimbefehls Adolf Hitlers 60.000 bis 80.000 Menschen in Polen. 1939 war er bei der Spionageabwehr in Lodsch im besetzten Polen tätig. Im Mai 1940 besuchte Schütz den I. Koloniallehrgang in Berlin.

Nach einem Aufenthalt in Tivoli von November 1940 bis Mai 1941 auf der dortigen italienischen Kolonialschule kam er im Februar 1942 zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in das Amt VI in Berlin. Von August 1942 bis Oktober 1942 wurde er an die Ostfront nach Woroschilowsk in die Ukraine kommandiert. Dann erhielt er wieder ein Kommando bei der Stapo Trier von Oktober 1942 bis September 1943 im Rahmen der Spionageabwehr. Beim SS-Brigadeführer Wilhelm Harster in Bozen sollte er ab September 1943 eine Aufgabe für Neapel übernehmen. Da sich dort die Frontlage zuspitzte, kam er am 21. September 1943 nach Rom als Abteilungsleiter für die Bereiche IV und V der SiPo und des SD zum Höheren SS- und Polizeiführer in Italien, Herbert Kappler.


Festnahme von Zivilisten in Rom vor den Geiselerschießungen

Beim den Geiselerschießungen für einen Bombenanschlag am Vortag auf ein Südtiroler Polizei-Regiment in der „Via Rasella“ (35 Tote), kommandierte Schütz in den Ardeatinische Höhlen am 24. März 1944 die Erschießungskommandos. Gemeinsam mit anderen höheren Offizieren der SS, darunter Kappler, Karl Hass, Hans Clemens und Erich Priebke, bildete Schütz die ersten Kommandos und richtete die ersten Opfer eigenhändig hin. Priebke bezeichnete in seinem Strafprozess 1996 Schütz als Haupttäter des Massakers, der ihn entlasten könne. So habe Schütz die Schützen mit dem Tode bedroht, sollten sie sich weigern, die Geiseln zu exekutieren. Wer nicht schießen wolle, solle sich gleich neben die zu Exekutierenden stellen.

Der einzige SD-Angehörige, der sich zunächst weigerte, an der Erschießung teilzunehmen, bestätigte die Todesdrohung nicht. Zudem räumte Kappler später ein, der „Befehlsnotstand“ sei aus prozeßtaktischen Gründen „geschaffen“ worden.

Im Juli 1944 übernahm Schütz Aufgaben der SiPo und des SD in Forli. Im November 1944 sollte er als Kommandeur und Kriminalrat Aufgaben der SiPo und des SD in Meran und Bozen übernehmen, was allerdings durch eine Herzkrankheit verhindert wurde.

Nach dem Ende der Frontkämpfe Ende April 1945 flüchtete Schütz über die Alpen und geriet in das Gefangenenlager der US-Armee bei Fürstenfeldbruck bis Juli 1945. Dann tauchte er mit dem Namen Hans-Karl Schäringer unter und betätigte sich als Hilfsarbeiter und Versicherungsvertreter. Ab März 1950 nahm er wieder seine wahre Identität an und kam nach Köln, wo er als Angestellter arbeitete.

Im November 1950 wurde Schütz als Mitläufer entnazifiziert. In Köln begegnete er dem V-Mann mit der Kennung 2665 der OG, den Schütz aus seiner Kriegszeit in Italien kannte. Am 18. Mai 1952 kam es zu einer Zusammenkunft mit Johannes Clemens (aus den zitierten Quellen geht nicht eindeutig hervor, ob Clemens unter der Nummer 2665 bei der OG tätig war). Clemens teilte ihm mit, dass die OG für den Abwehrdienst Fachleute suche. Schütz erklärte sich sofort bereit, wieder auf seinem alten Gebiet der Spionageabwehr tätig zu werden.


Agenten-Feier in Rüdesheim. In der Mitte der Kölner BND-Chef Schütz

Schon am 1. Juli 1952 wurde er von der OG angestellt und übernahm die Leitung der UV Rhein-Ruhr mit Sitz in Düsseldorf. Laut anderer Quellen befand sich die Außenstelle in Essen. Im Zusammenhang mit den Gründungsverhandlungen des Bundesnachrichtendienstes forderte Konrad Adenauer im August 1952 über den damaligen Ministerialdirigenten Hans Globke die Personalakte und anderweitige Unterlagen über Schütz an, was aber von Reinhard Gehlen mit der Begründung abgelehnt wurde, diese Unterlagen befänden sich bei den Briten in London.

Im Jahre 1953 übernahm Schütz die Leitung der UV 2976 für Württemberg, die ihren Sitz in der Werastraße 68 in Stuttgart hatte. In der OG hatte er jetzt den Decknamen Scherhack. Im Oktober 1954 erhielt die CIA Informationen, dass Heinz Felfe und Schütz ein Sicherheitsrisiko in der OG seien. Diese Information hatte jedoch weder für Felfe noch für Schütz erkennbare Folgen. Denn im Jahre 1956 wurde er vom BND übernommen und kam nach Köln als Abteilungsleiter unter dem Decknamen Scherhack. Er erwarb in dieser Stellung gute Beurteilungen, so von General Erich Brandenburger und Oberstleutnant Oskar Reile.

So war er überrascht, als er am 27. November 1963 nach Pullach einbestellt wurde, wo er mehrere Stunden über seine Tätigkeiten im NS-Regime befragt wurde. Man warf ihm vor, seine Dienste bei der Gestapo und beim Einsatzkommando in Polen verheimlicht zu haben. Dem widersprach er und führte an, bei Felfe und dem Leiter der Generalvertretung L (GV-L) der OG Alfred Benzinger in Karlsruhe alle diese Tätigkeiten genannt zu haben. Seine Daten der Dienstlaufbahn im NS-Regime hatte im Jahre 1952 der Leiter der GV in Darmstadt Ludwig Albert erstellt, der im Jahre 1955 als Agent des KGB enttarnt wurde. Offensichtlich nahm er an, durch seine Bekanntschaft mit Felfe und Clemens nicht mehr als tragbar für den BND erachtet worden zu sein. Von der Aufgabe der Organisationseinheit 85 hatte er keine Kenntnisse. Die Unterredung endete damit, dass ihm seine Kündigung zum 30. Juni 1964 überreicht wurde.

Gegen die seiner Ansicht nach ungerechtfertigte Kündigung zog er vor das Arbeitsgericht München. In einem Vergleich vom 30. Januar 1967 sollte sein Dienstverhältnis am 30. November 1966 enden, wobei er noch eine Abfindung von 70.000 DM erhielt. Da er in der Zwischenzeit von zwei Jahren kein Gehalt mehr erhalten hatte und über keine Barmittel mehr verfügte, musste er allerdings zuvor sein Haus verkaufen.

Schütz starb am 26. März 1985 in Köln.

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Beiträge: 21

29.05.2014 22:03
#13 RE: Verheimlichte NS-Vergangenheit Antworten

Martin Jente der "SS-TV Butler"
Primärquelle: wikipedia, Bild


Martin Erich Bernhard Jente wurde am 6. Januar 1909 in Görlitz geboren.


Der Sohn eines Architekten absolvierte nach dem Abitur eine kaufmännische Lehre. Er besuchte die bei der Hochschule für Musik in Berlin angesiedelte staatliche Theaterschule unter der Leitung Leopold Jessner und nahm Privatunterricht bei Ernst Legal. Ab 1931 war er am Deutschen Theater Berlin beschäftigt.



Schon im Juni 1933 wurde Jente Mitglied der SS (Ausweisnummer 203494) Er gehörte zum SS-Sturm 1/6 in Berlin. Am 20.April 1935, zum Geburtstag Hitlers, wurde Jente zum SS-Oberscharführer und im September 1936 sogar zum SS-Hauptscharführer befördert. Zusätzlich gehörte der gelernte Schauspieler auch der NSDAO (Mitgliedsnummer 3472834) an. Über Jente steht aktuell (19.4.2014) noch bei wikipedia, dass er seinen Wehrdienst zwischen 1939-1945 bei der Kriegsmarine abgeleistet hätte...

Von 1931 bis 1938 fungierte er als Sprecher bei der Funk-Stunde Berlin (ab 1934: Reichssender Berlin).

In der Nachkriegszeit gab sich Jente als NS-Gegner aus. Nach seinen Angaben bekam er angeblich von Goebbels "Sprechverbot", weil er die nachrichten nicht überzeugend genug vorgetragen hätte. In einem Interview behauptete Jente einmal: "Aber ick hab meinem Boss jesacht, ick gloob das ooch nicht, wat ick da sagen muß"

Doch die Wahrheit war eine andere: Nach Unterlagen des Bundesarchivs bekam Jente noch 1943, als "Rundfunkberichter Ltn" finanzielle Unterstützung von Goebbels.

In dem Dokumente heißt es: "Aufgrund Ihres Schreibens vom 2.12.1943 ist Ihnen aus Mitteln der Dr.Goebbels-PK-Stiftung eine einmalige Unterstützung in Höhe von 800 RM bewilligt worden."


Jente der seine NS- und SS-Vergangenheit verheimlichte gründete 1945 das Kabarett „Die Hinterbliebenen“ in Bad Reichenhall, dem er bis 1949 angehörte. Später betätigte Jente sich als Journalist beim Hessischen Rundfunk und schrieb Artikel für die Frankfurter Neue Presse.

Von 1956 bis 1970 war Martin Jente als Fernsehproduzent für den Hessischen Rundfunk in über 500 Unterhaltungssendungen tätig, darunter Einer wird gewinnen, Zum Blauen Bock und Ein Platz für Tiere.


Jente in seiner berühmten Rolle als "Herr Martin"


Er wurde vor allem als Fernsehbutler „Herr Martin“ in der Show Einer wird gewinnen bekannt, deren Produzent er war. Legendär war das Ritual am Ende der Sendung, wenn Jente im Frack dem Quizmaster Hans-Joachim Kulenkampff Mantel, Hut, Schal und Schirm reichte und die Sendung mit einer ironischen Pointe Jentes beendet wurde.

Danach wirkte er u. a. als Komiker an der Kleinen Komödie in Hamburg, am Bernhard-Theater Zürich und am Theater „Die Komödie“ in Frankfurt am Main. Jente spielte als Filmschauspieler unter anderem neben Heinz Erhardt 1971 in dem Film Unser Willi ist der Beste mit (Produzent: Horst Wendlandt). Er veröffentlichte auch mehrere Schallplatten, die an seine Bekanntheit als Fernseh-Butler anknüpften. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder.

Jente starb 1996 in Wiebaden. Sein NS-Geheimnis nahm er mit ins Grab.

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